Einige Unternehmen aus der Biotech-Branche konnten in den vergangenen Jahren von der COVID-19 Pandemie profitieren. Hersteller von Impfungen konnten ausgezeichnete Renditen erzielen und die Pandemie ist noch lange nicht vorbei! Jetzt scheint eine neue Bedrohung für die Menschheit zu entstehen und wir müssen uns auf einen neuen Virus vorbereiten. Können die Biotech-Unternehmen auch von der neuen Bedrohung der Affenpocken profitieren?

Stellen die Affenpocken eine Gefahr dar?

Warum breiten sich die Affenpocken so schnell aus?

Seit der 1. Mai Woche wird von Infektionen mit dem Virus der Affenpocken in den Medien berichtet. Die ersten Fälle traten in Großbritannien auf, mittlerweile wird aber auch in Spanien, Portugal, Frankreich und Italien von auftretenden Infektionen berichtet. Auch in Deutschland, sowie in ganz Amerika und Australien sind die ersten Fälle nachgewiesen worden. Die Wissenschaftler versuchen immer noch, die Infektionsketten ausfindig zu machen und sensibilisieren jetzt schon medizinisches Personal.

Auch das Robert-Koch-Institut hat eine Mitteilung herausgegeben, wie die Fälle aus Großbritannien einzuschätzen sind. Es gab 2018 schon einmal einen dokumentierten Fall in Israel. Damals konnte aber der Grund für die Infektion mit einer Reise nach Afrika begründet werden. In West- und Zentralafrika ist der Affenpocken Virus zum Teil endemisch und es gab in der Vergangenheit immer wieder einmal Ausbrüche.

Bis jetzt ist noch nicht genau klar, warum sich die Affenpocken in Europa ausbreiten. Bis jetzt liegt noch kein Grund für eine Panik vor, weil durch die Affenpocken keine landesweite Epidemie ausgelöst werden kann, wie es bei Covid-19 der Fall war. Trotzdem handelt es sich bei den Affenpocken um eine ernsthafte Krankheit und es muss dementsprechend gehandelt werden.

Woher kommen die Affenpocken?

Das Affenpockenvirus ist verwandt mit dem Variola-Virus und gilt als Erreger für die echten Pocken, die seit 1980 als ausgerottet gelten. Im Vergleich zu den echten Pocken können die Affenpocken viele Tierarten befallen, darunter auch Nagetiere und Affen. Normalerweise werden Affenpocken auf Menschen durch eine Zoonose, d.h. von Tieren auf Menschen übertragen. Dies ist besonders häufig in den bewaldeten Gebieten von Zentral- und Westafrika der Fall.

Von dem RKI werden die Affenpocken als „re-emerging diseases“ eingestuft, d.h., dass sich die Krankheit wieder ausbreitet, nachdem sie als fast ausgerottet gegolten hatte. Wissenschaftler können aber eine Zunahme der Ausbrüche in verschiedenen Regionen Afrikas beobachten. Besonders in der Corona-Pandemie soll es mehrere Ausbrüche der Affenpocken-Infektion gegeben haben. Sie haben aber während der Pandemie kaum für Aufmerksamkeit gesorgt und konnten schnell wieder kontrolliert werden.

Laut den Experten ist eine Infektion mit dem Affenpocken Virus eine ernstzunehmende Krankheit. Auch wenn sie bei den meisten Betroffenen schnell wieder von alleine abklingt und keine bleibenden Schäden hinterlässt. Besonders gefährdet sind Kinder, da ihre Sterblichkeitsrate bei einer Infektion deutlich höher liegt als bei erwachsenen Patienten. Auch schwangere Frauen gehören zu der Risikogruppe, da das Virus auf ungeborene Kinder übertragen werden kann. Dadurch können Komplikationen während der Schwangerschaft oder sogar Fehlgeburten ausgelöst werden.

Problematisch sind die bakteriellen Infektionen, die mit dem Affenpocken Virus auftreten können. Häufig kann es dadurch zu Lungen- oder Hirnhautentzündungen kommen, sowie durch eine Infektion der Hornhaut zur Erblindung.

Es wurden mittlerweile zwei verschiedene Typen des Affenpocken Virus identifiziert. Sie werden als Westafrikanischer und als Kongobecken Typ bezeichnet. Die Infektion mit dem westafrikanischen Typ kann zu schweren Erkrankungen führen, die Sterblichkeitsrate ist allerdings geringer. Bei dem Kongobecken-Typ kann die Sterblichkeitsrate bei bis zu 10 % liegen. Die bisher in Großbritannien identifizierten Infektionen wurden durch den weniger gefährlichen westafrikanischen Virus ausgelöst.

Wird es eine Impfung gegen den Affenpocken Virus geben?

In Deutschland wurden bisher vier Fälle einer Infektion mit dem Affenpocken Virus bekannt. In England wird mittlerweile von zwei Dutzend Infektionen gesprochen. Auch in Großbritannien setzen die Ärzte auf Impfungen gegen die Affenpocken und werden mit der dritten Generation der eigentlich als ausgestorbenen geltenden Pocken Krankheit durchgeführt. Diese kann laut Wissenschaftlern genutzt werden, da sich die beiden Viren sehr ähnlich sind. Es wird von einer Wirksamkeit von mindestens 85 % gesprochen. Trotzdem will die britische Gesundheitsbehörde keine großflächigen Impfkampagnen einführen. Bisher werden nur Personen geimpft, die ein hohes Risiko haben, schwere Symptome zu entwickeln.

Auch in Deutschland wird die Pockenimpfung für Kontaktpersonen und Risikogruppen empfohlen. Der Bundes-Gesundheitsminister Karl Lauterbach kündigte schon an, dass die Bundesregierung Vorbereitung für die Beschaffung des entsprechenden Impfstoffes getroffen hat. Das europäische Zentrum für Prävention von Krankheiten (ECDC) hat die EU-Staaten schon aufgefordert, Pläne für die Affenpockenimpfung zu entwickeln. Diese soll bei engen Kontaktpersonen mit hohem Risiko eingesetzt werden, sobald ein passender Impfstoff in dem Land zugelassen ist.

In der EU gibt es zurzeit nur ein zugelassenes Impfmittel. Imvanex wird von dem dänischen Hersteller Bavarian Nordic hergestellt. Ein wirksamer Impfschutz wird mit zwei Impfdosen A 0,5 ml im Abstand von 28 Tagen erzielt. Wenn die Patienten bereits eine Pockenimpfung erhalten haben, wird nur eine Dosis benötigt. Mit Imvanex werden eine hohe Anzahl von Antikörper gebildet, mit denen ein Schutz gegen die echten Pocken aufgebaut werden kann. Bis jetzt ist aber noch nicht bekannt, wie lange der Schutz anhält und ob die Schutzwirkung auch bei Affenpocken effektiv ist.

Innerhalb einer Woche stieg der Aktienkurs des dänischen Biotech Unternehmen um 58 % an. Die Möglichkeit, dass viele europäische Staaten den Impfstoff des dänischen Herstellers bestellen werden, löste einen positiven Kursverlauf für das Unternehmen aus.

Werden Biontech und Valneva ein Impfserum gegen die Pockenviren entwickeln?

Die Biotech Unternehmen Biontech und Valneva haben von der COVID-19 Pandemie profitiert. Seit 2019 ist der Kurs der BioNTech Aktie um 1.090,3 % gestiegen. Valneva konnte in den letzten drei Jahren einen Kursanstieg von 207 30,63 % erzielen. Welche Aktien Sie jetzt kaufen sollten, hängt von den im Moment angebotenen Impfungen ab. Beide Unternehmen stellen zugelassene Impfungen gegen den COVID-19-Virus her, die bei den Impfkampagnen in Europa und der ganzen Welt eingesetzt wurden.

Bis jetzt gab es noch keine Presse-Mitteilungen von beiden Unternehmen, in denen sie bestätigen, dass sie an einer Impfung gegen den Pockenvirus arbeiten. Allerdings konnte bei Valneva ein Kursanstieg von 18,3 % festgestellt werden, weil die Anleger auf die Zulassung des Corona-Vakzin VLA2001 hoffen.